Stadtbühne Vohenstrauß e. V. I Unser Geschichte
Wer sind wir und woher kommen wir...?
Die Stadtbühne Vohenstrauß hat sich über viele Jahre entwickelt. Aus einzelnen Aufführungen entstand eine Gemeinschaft, die das kulturelle Leben der Stadt bis heute mitprägt. Auf dieser Seite blicken wir auf wichtige Stationen zurück.


1970er: Die Anfänge - Vom Schultheater zur Volksbühne
Die Anfänge der Stadtbühne Vohenstrauß reichen zurück bis in die 1970er Jahre. Damals formierte sich unter der Leitung von Jürgen Weixelbaum eine Theatergruppe von Schülerinnen und Schülern an der damaligen Volksschule. Die Begeisterung der jungen Mitwirkenden war so groß, dass sich daraus die Volksbühne Vohenstrauß entwickeln konnte.
Der Grundstein für eine bemerkenswerte Entwicklung war gelegt. In den folgenden Jahren entstand aus der kleinen Volksbühne eine überregional bekannte und über viele Jahre erfolgreiche Laienbühne.
Molières "Der Geizige" - Premiere in Leuchtenberg
1982: Die Geburtsstunde - Die Volksbühne wird zur Stadtbühne
Nachdem die Begeisterung der MItwirkenden und der Zuspruch des Publikums nicht abriss wurde die Marktgemeinde Leuchtenberg auf die Laienspielgruppe rund um Jürgen Weixelbaum aufmerksam. So wurde die damalige Volksbühne gebeten im Schlosshof der Burgruine ein Stück aufzuführen. 1982 fand mit "Der Geizige" von Molière die erste Premiere in der neuen Heimat der Volksbühne statt.
Bereits im darauf folgenden Herbst entschloss sich die Theatergruppe zur Vereinsgründung. Aus der Volksbühne wurde die Stadtbühne Vohenstrauß e. V. und damit der Verein, der bis heute aktiv das Theaterleben in Vohenstrauß mitgestaltet.
Die ersten Jahre als Stadtbühne Vohenstrauß e. V.
In den folgenden Jahren wuchs die Bedeutung der Stadtbühne Vohenstrauß immer weiter. Was in den 1980er Jahren als Leuchtenberger Sommer begann wurde zu den Burgfestspielen Leuchtenberg und die Zahl der Inzenierungen wurde schrittweise ausgebaut. Bereits drei Jahre nach der Gründung wurden im Jahr 1985 gleich drei Neuinzenierungen auf die Bühne gestellt.
Die baulichen Vorraussetzungen in der historischen Burganlage in Leuchtenberg stellten den Verein schon immer vor Herausforderungen. Sichtbehinderungen durch einen großen als Naturdenkmal eingestufen Kastanienbaum liesen den Wunsch wachsen die Bühne aus dem hinteren Burghof in den Bereich vor der Burgkapelle zu verlegen. Erst 1993 wurde dieser Traum Wirklichket.
"Elisabeth von Leuchtenberg" - Eine von drei Neuinzenierungen aus dem Jahr 1985
Die Tribünenüberdachung wurde ebenfalls von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Vereins Jahr für Jahr auf- und abgebaut. Ab 1993 saßen die Zuschauerinnen und Zuschauer im Trockenen
1993: Umzug, Tribüne und Überdachung - ein Schicksalsjahr
1993 war es dann soweit. Die Burgfestspiele fanden erstmals im vorderen Burghof direkt vor der historischen Burgkapelle statt. Gleichzeitig konnten die Zuschauer erstmals auf einer neuen Tribüne Platz nehmen, die zudem auch noch überdacht war. Ab jetzt saßen die Zuschauer im trockenen, während die Schauspilerinnen und Schauspieler auch bei Regenwetter tapfer auf der Bühne standen. Das Publikum war begeistert und die Stadtbühne wuchs unter Federführung von Josef Pausch zum zweit größten Theater der Oberpfalz heran. Und immer noch wurde alles ehrenamtlich gestemmt. Was für eine Leistung des Ensembles.
1995: Josef Pausch wird Intendant der Stadtbühne Vohenstrauß
Ab jetzt war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Die Besucherzahlen stiegen jährlich an. Die Zahl der Inzenierungen wuchs auf fünf Neuinzenierungen jährlich allein für die Burgfestspiele in der Sommerspielzeit. Irgendwann war dies ehrenamtlich kaum mehr zu leisten. Und so entschloss sich die Stadtbühne Vohenstrauß zu einem gewagten Schritt. Mit Josef Pausch stand ab 1995 erstmals ein hauptamtlicher Intendant an der Spitze der Stadtbühne Vohenstrauß. Pausch war Zeit seines Lebens eng mit der Stadtbühne verbunden und von Anfang an dabei. Bereits in der Gründungsphase stand er auf der Bühne. Und so wurde er zum Motor des Vereins, der die Entwicklung über Jahre wie kein Anderer prägen sollte. 1995 wurde zu einem weiteren Meilenstein in der Geschichte der Stadtbühne.
Der Boandlkramer gespielt von Christian Höllerer aus "Der Brander Kaspar und das ewig' Leben", wurde zum Publikumsliebling. 1995 stand das Stück nach dem Erfolg aus dem Vorjahr bereits zum zweiten mal auf dem Spielplan.
Das erste Musical "Funkenflug" war ein solch großer Erfolg, dass es sogar über Generationen hinweg auf dem Spielplan stand. Das Foto stammt bereits aus dem Jahr 2002 - die zweite "Funkenflug"-Generation eroberte die Bühne.
1996: Es fliegen die Funken auf Burg Leuchtenberg
Musical im Freilichttheater? Das geht nicht. So dachte man lange Zeit. Dorch die Stadtbühne traute sich an dieses Projekt und so stand 1995 erstmals ein Musical auf dem Spielplan der Stadtbühne Vohenstrauß. Mit "Funkenflug" war es nicht gerade ein bekannter Stoff, der das Publikum anlocken sollte. Aber es wurde ein voller Erfolg. Das Publikum feierte das Musical-Theater in Leuchtenberg und Musicals wurden zum neuen Markenzeichen der Stadtbühne Vohenstrauß.
2003: Das wohl traurigste Jahr unserer Geschichte
Wer erinnert sich noch an den Sommer 2003. Rekordtemperaturen und die Burgfestspiele sind Anfang August gerade auf ihrem Höhepunkt. Die Schlussproben für das Musical "Linie 1" laufen und dann...
Völlig unerwartet bricht Regisseur und Intendant Josef Pausch bei einer der Schlussproben zusammen. Ein Krankenwagen wird gerufen...
Aber unser Josef kehrt nicht mehr zurück.
Er verstarb wenig später im Krankenhaus. Das Ensemble steht unter Schock. Und doch erfüllt es den letzten Wunsch unseres Intendanten: Die Premiere von Linie 1 muss stattfinden, das musste ihm seine Familie noch auf dem Sterbebett versprechen. Mit dabei auch seine beiden Kinder. Der wohl tragischste Moment in der bewegten Geschichte der Stadtbühne Vohenstrauß.
Lieber Josef, du warst der Motor der Stadtbühne.
VIELEN DANK FÜR DEINEN UNERMÜDLICHEN EINSATZ BIS GANZ ZUM SCHLUSS.
Obwohl er eigentlich immer da war, existieren nur wenige Schnappschüsse von ihm. Josef Pausch war der langjährige Motor der Stadtbühne Vohenstrauß bis er 2003 bei den Schlussproben zur "Linie 1" zusammenbrach und wenig später verstarb. Er hinterließ eine große Lücke. Seine letzte Premiere fand nach seinem Wunsch trotzdem statt.
Lieber Josef, wir werden dich nicht vergessen.
"Linie 1" war in vielerlei hinsicht eine besondere Inszenierung. 2004 wurde das Musical noch einmal aufgenommen. Bis heute eine der emotionalsten Produktionen der Stadtbühne Vohenstrauß.
2003-2010: Ein neue Ära beginnt
Nach dem plötzlichen Tod von Josef Pausch begann die Suche nach einem Nachfolger. Lange musste man allerdings nicht suchen: Matthias Winter. Der gebürtige Leuchtnberger trat 2003 die Nachfolge Pauschs an und führte die Stadtbühne Vohenstrauß in eine neue Ära. Die Ereignisse rund um den plötzlichen Tod des früheren Intendanten schweißten das Ensembe noch fester zusammen und das machte sich auch im Erfolg des Ensembles bermerkbar. In den Jahren nach den tragischen Ereignissen stiegen die Zuschauerzahlen auf nie mehr erreichte Rekordwerte von über 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer pro Jahr.
2010: Gründung des Landestheaters Oberpfalz (LTO)
2010 war es dann soweit. Die Stadtbühne Vohenstrauß wagte endgültig den Schritt in den professionellen Theaterbetrieb. Mit den Stimmen der Mitgliederversammlung im Rücken gründete die damalige Vorstandschaft eine gGmbH: Das Landestheater Oberpfalz, ein Tochterunternehmen des Amateurtheatervereins, das zukünftig die Organisation des Spielbetriebs übernehmen sollte.
Das Musical "Xanadu" markiert den Beginn dieses neuen und ganz anderen Abschnitts der Geschichte der Stadtbühne.
2010: Ein weiteres Schicksalsjahr für die Stadtbühne Vohenstrauß. Zu Beginn der LTO-Ära herrscht Euphorie. Das neu gegründete Tochterunternehmen soll ab nun die Organisation des Spielbetriebs übernehmen.
"Ladies NIght" - ein von vielen erfolgreichen Produktionen aus der Ära des Landestheaters Oberpfalz.
2010-2025: Die Zeit des LTO
ein Jahr nach der Gründung des LTO erreichen die Zuschauerzahlen ihren Höhepunkt. 35.000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchen die Vorstellungen des zu diesem Zeitpunkt noch in weiten Teilen von Laien getragenen Leuchtenberger Festpielsommers.
In den kommenden Jarhen wird der Sommerspielbetrieb zunehmend zu einem Ganzjahresbetrieb umgebaut. Immer weitere Spielstätten kommen hinzu. Und die Zeit ist geprägt von häufigen Führungswechseln an der Spitze des Theaters.
Bereits 2014 scheidet Matthias Winter als geschäftsführender Intendant aus und übergibt an Till Rickelt als künstlerischen Leiter. Die Geschäftsführung wird abgekoppelt und von Frank Kasch übernommen. Doch auch Kasch bleibt dem Theater nicht lange erhalten. Bereits 2016 übernimmt Wolfgang Meidenbauer das Amt des Geschäftsführers. Und auch Till Rickelt verlässt das LTO nach knapp 10 jahren wieder. 2023 übernimmt der letzte Intendant des LTO, Christian Schnell das Ruder. Er bleib bis zum Jahr 2025 künstlerischer Leiter des Landestheaters.
2024: Insolvenz des LTO
Die Übernahme des Spielbetriebs durch das Landestheater Oberpfalz führte dazu, dass der Verein Stadtbühne Vohenstrauß e. V. zunehmend aus der Öffentlichkeit verschwand. Für unser Publikum war der Verein kaum noch präsent. 2019 wurden die Burgfestspiele Leuchtenberg schließlich umbenannt in Sommerfestspiele Landestheater Oberpfalz.
Doch die Corona-Pandemie und andere Entwicklung innerhalb des Unternehmens führten zu einer finaziellen Schieflage der gGmbH. 2024 musste dann schließlich die Reißleine gezogen werden. Das LTO stellte einen Insolvenzantrag.
Zunächst gab es Bestrebungen den Spielbetrieb fortzuführen und es bestand die Hoffnung, dass das LTO gerettet werden könne. Doch im Mai 2025 fiel endgültig der letzte Vorhang für das LTO.
Die Insolvenz des Tochterunternehmens brachte auch den Verein in große Schwieirgkeiten, denn das LTO blieb auch der Stadtbühne Vohenstrauß MIetzahlungen schuldig. Die Zukunft des Vereins stand auf der Kippe. Wahrlich kein gutes Jahr für die Stadtbühne.
Noch im April 2025 liefen Gespräche und Planungen für eine neue Produktion des LTO in Maxhütte Haidhof. "Die letzte Schicht". Ironie des Schicksals. Die letzte Schicht endete früher als geplant. Im Mai 2025 war das LTO endgültig Geschichte.
Mit der Neuinzenierung von Charles Dickens "Eine Weihnachtsgeschichte" meldete sich die Stadtbühne im Winter 2025 eindrucksvoll zurück. Das Publikum war begeistert.
2025: Neustart der Stadtbühne - "Eine Weihnachtsgeschichte"
Mit dem Ende des LTO übernahm 2025 die Stadtbühne Vohenstrauß e. V. und damit die Vorstandschaft des Vereins wieder die Veranwtwortung für den Theaterbetrieb. Im Frühjahr 2025 wurde Veronika Ostermeier zur 1. Vorsitzenden gewählt. Ihr fiel die schwierige Aufgabe zu, den Verein vor der Insolvenz zu bewahren und ihn durch ein schwieirges Jahr zu führen.
Doch am Ende des Jahres stand ein Happy End. Die Stadtbühne Vohenstrauß brachte mit "Eine Weihnachtsgeschichte" die erste eigene Produktion nach der LTO-Zeit auf die Bühne der Stadthalle in Vohenstrauß. Mit Unterstützung der Stadt Vohenstrauß und des Vohenstraußer Faschingsvereins meldete sich die Stadtbühne eindrucksvoll zurück.
2026: Kultursommer - Die Stadtbühne ist zurück
Nach dem Erfolg der Weihnachtsgeschichte Anfang Dezember 2025 entschieden die Mitglieder Ende 2025 über die Zukunft des Vereins. Die Stadtbühne Vohenstrauß konzentriert sich wieder auf ihr Kerngeschäft. Theater von Vohenstraußern für Vohenstraußer. Laientheater mit viel Herzblut und Engagement.
22 Jahre nach dem Tod seines Vaters Josef Pausch übernahm sein Sohn Johannes den Vorsitz und die künsterlische Leitung des Vereins. Er lenkt seitdem mit einem neuen Team im Rücken die Geschicke des Vereins.
Im Sommer 2026 brachte die Stadtbühne zwei Neuproduktionen auf die Bühne des Schlossgartens an der Friedrichsburg in Vohenstrauß, die neue Heimat der Stadtbühne. Damit begann ein weiteres Kapitel in der bewegten Geschichte unseres Vereins und wir hoffen, dass wir dieses noch lange fortschreiben dürfen.
Seit Dezember 2025 leitet die neue Vorstandschaft um den Vorsitzenden Johannes Pausch, Sohn des verstorbenen Intendanten, die Geschicke des Vereins.
Damit begann ein weiteres Kapitel bewegter Stadtbühnen-Geschichte. Und diese ist hoffentlich noch lange nicht zu Ende...




















